Grossmutter

Zur schönsten Sache auf der Welt
s' Besitzen einer Oma zählt.
Sie ist, als Standart-Ideal.
Wenn man sie braucht stets überall.

Sie spielt bei Not den Babysitter.
auch nimmt sie kurz vor dem Gewitter,
die Wäsche, die man in dem Raine
Vergessen hatte, von der Leine!

Sie liebt die Kindes-Kinder sehr.
Verwöhnt sie täglich mehr und mehr.
Sie spielt mit ihnen "Hoppe-Reiten".
Erzählt von längst vergangnen Zeiten.

Und schenkt den Kindern, die nicht streiten
Belohnend tolle Süssigkeiten.
Wen wundert's, dass sich selbst die scheuen
Der Kinder stets auf 's Grosi freuen.

Auf viele Haushaltfragen hat,
sie auch den richtigen Tip parat.
Wie man zum Beispiel krautbemittelt
Chemie oft elegant umschlittelt.

Wie man s' Rezept aus alten Zeiten
Auch jetzt noch könnte zubereiten.
Und wie man etwas, g' Scheiter,
Auch schneller täte ....... usw.!

Das Leben wäre, so gesehn,
Grossmuterlos nur halb so schön!

Grossvater

Wenn man mit andern vergleicht,
Ist Opa werden ziemlich leicht.
So ist es Opa's erste Pflicht,
Dass er sofort ins Wirtshaus sticht.

Und dort am Stammtisch , voller Lust
vom Enkeölkinde schwärmt. Die Brust
- Die an sich eher flach beim Mann-
schwillt stolz ihm beim Erzählen an.

Schon bald, auf dass das weich liege,
baut er aus Holz ihm eine Wiege.
Schnitzt, wenn es grösser ist, ein Pferd
Und zimmert einen Küchenherd.

Er singt dem Enkel, als Tenor,
Des abends Wiegenlieder vor.
Und muss an schönen Wandertagen
Den Sprössling auf den Schultern tragen.

Er hat ein Herz, so gut und weich
Und spielt selbst mit bei einem Streich!
Erklärt, wie man aufs Dreirad sitzt
Und aus dem Kerbel Pfeifen schnitzt.

Er konstruiert und repariert,
Ist schnell am Ort wenn was passiert,
Bringt alles und sich selbst in Schwung
Und bleibt so - selbst als Opa - jung!

Ja, würd' es keine Opa geben,
So fehlt' s Salz im Leben!

Christoph Sutter

 

Weiter